Aktuelles von Arnold + Mäder

Neue Rechnungsanforderungen bei Gutschriften Monday, 09 September 2013

Im Bereich der Pflichtangaben bei den Rechnungen ergeben sich durch das Amtshilfe-Umsetzungsgesetz die folgenden Neuerungen:

 

1. Pflichtangabe "Gutschrift"

Die bisher in § 14 Abs. 4 UStG genannten Pflichtangaben werden um eine Nummer 10 erweitert. Mit Wirkung vom 30.06.2013 muss künftig eine umsatzsteuerliche Gutschrift, d. h. eine durch den Leistungsempfänger oder durch einen von ihm beauftragten Dritten ausgestellte Rechnung zwingend die Bezeichnung "Gutschrift" enthalten. Die englische Sprachfassung "self billing" sollte ebenfalls ausreichend sein.

Praxishinweis:

Der Unternehmer hat zwingend auf die richtige Bezeichnung seiner ausgestellten Gutschrift zu achten. Andernfalls steht ihm - mangels Vorliegen aller Rechnungspflichtangaben - kein Vorsteuerabzug zu.

 

2. Neue Bezeichnung für kaufmännische Gutschriften

Werden Rechnungen ganz oder teilweise storniert (z. B. für Retouren, Rabatte, Boni oder andere Preisnachlässe), so dürfen diese künftig nicht mehr als Gutschrift bezeichnet werden, da das Gesetz sonst von einer umsatzsteuerlichen Gutschrift ausgeht und dem Empfänger der Gutschrift zu einer Umsatzsteuerschuld gemäß § 14c UStG zwingt.

Daneben könnte man bei strenger Auslegung argumentieren, dass es sich erst gar nicht um eine Stornierung handelt und somit auch weiterhin der Rechnungsaussteller die Umsatzsteuer schuldet. Solche kaufmännischen Gutschriften sind daher künftig als z. B. "Stornorechnung", "Rechnungskorrektur" oder "Rückvergütung" zu bezeichnen. Die Thematik resultiert daraus, dass im Deutschen für ein und denselben Begriff Gutschrift zwei verschiedene Bedeutungen in Frage kommen (umsatzsteuerliche oder kaufmännische Gutschrift).


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